BeBOP-Projekt auf dem Joint Symposium From Waste to Sustainable Fuels in Barcelona vorgestellt
Am 28. und 29. Mai 2026 nahm ECODESIGN am Joint Symposium „From Waste to Sustainable Fuels“ in Barcelona teil – einer zweitägigen Veranstaltung, die von sieben EU-geförderten Projekten gemeinsam organisiert wurde, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Umwandlung von Abfallströmen in nachhaltige Kraftstoffe. In Vertretung des BeBOP-Projekts trug Stephan Schmidt (ECODESIGN) gemeinsam mit Marcin Siedlecki (RIC) zur Veranstaltung bei und stellte das Kreislauffähigkeits-Framework von BeBOP als eine Methodik vor, die weit über ein einzelnes Projekt hinausreicht.
In der Symposiums-Session „Advanced Sustainability & Circularity Frameworks“ präsentierte ECODESIGN das siebenstufige Kreislauffähigkeits-Framework, das im Arbeitspaket 4 von BeBOP entwickelt wurde. Das Framework wurde zwar geschaffen, um die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Biomasse-Power-to-Methanol-Prozess von BeBOP zu verankern, doch sein eigentlicher Wert liegt in seiner Übertragbarkeit auf ähnliche Prozesse. Ebenso eignet sich die Methodik auch gut für neue Power-and-Biomass-to-X-Prozesse (PBtX) auf niedrigem bis mittlerem Technologiereifegrad, bei denen früh in der Entwicklung getroffene Kreislaufentscheidungen die größte Hebelwirkung entfalten. Die Methodik führt ein Projekt von der Zuordnung der Kreislaufwirtschaftsstrategien (narrow, slow, close, regenerate) zu den einzelnen Prozessschritten über Stakeholder-Workshops und die Ableitung quantitativer Kreislaufindikatoren bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen für das Scale-up. Der Austausch mit Partnerprojekten, die sich alle mit ähnlichen Fragen befassen – nämlich wie erneuerbare Kraftstoffe der nächsten Generation ressourceneffizient produziert werden können -, bot eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und zu erkunden, wie ein strukturierter, wiederholbarer Ansatz für Kreislauffähigkeit auch über BeBOP hinaus nützlich sein könnte. Die Rückgewinnung wertvoller Elemente aus den festen Rückständen der thermischen Biomassekonversion – beigesteuert vom BeBOP-Partner Pro-Akademia – rundete die Kreislauf-Geschichte von BeBOP bei der Veranstaltung ab.
Was das Symposium besonders wertvoll machte, war die schiere Vielfalt der Ansätze für ein gemeinsames Ziel. Sieben Projekte, die unterschiedliche Ansätze für die erfolgreiche Transformation hin zu erneuerbaren Kraftstoffen untersuchen, zeigten, dass die Lösungen bereits vorhanden sind – von Biokraftstoffen mit negativen Emissionen über E-Fuels bis hin zur Biomassevalorisierung. Die langfristige Herausforderung, die alle Projekte verbindet, besteht darin, von der Innovation im kleinen Maßstab zur Markteinführung zu gelangen. Neben BeBOP waren folgende Projekte beteiligt:
- Bio-MeGaFuel: entwickelt einen durchgängigen, hocheffizienten Prozess zur emissionsfreien Methanolherstellung aus Biomasse mittels Chemical-Looping-Vergasung in Kombination mit Membranreaktoren.
- FLEXBY: gewinnt fortschrittliche Biokraftstoffe aus Industrieschlamm und in Abwasser kultivierten Mikroalgen durch ein innovatives, kosteneffizientes mikrowellenunterstütztes Pyrolyseverfahren.
- FUEL-UP: wandelt zu 100 % biogene Forst- und Abfallreststoffe in nachhaltige Flug- und Schiffskraftstoffe um, um die am schwersten zu dekarbonisierenden Verkehrssektoren zu defossilisieren.
- Fuels-C: baut eine integrierte Plattform kosten- und energieeffizienter Umwandlungstechnologien auf, die biogene Reststoffe und CO₂ in flüssige und gasförmige Biokraftstoffe für den direkten Einsatz in Brennstoffzellen überführen.
- PYSOLO: bereitet einen vollständig erneuerbaren Prozess vor, der konzentrierte Solarenergie mit Biomasse-Pyrolyse kombiniert, um die Ausbeute an Bio-Öl, Biochar und Pyrogas zu maximieren und die CO₂-Emissionen zu minimieren.
- TEAPOTS: bietet Akteuren der Agrar- und Lebensmittelbranche eine modulare, flexible Lösung, die schwer zu verwertende landwirtschaftliche Abfälle in erneuerbare Energie und Biochar umwandelt, um den lokalen, saisonalen Energiebedarf zu decken.
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